Nach dem Aufenthalt in Slowenien musste ich erneut sehr früh aufstehen, um den Bus von Ljubljana nach Wien zu bekommen. Ganze 5 Stunden durch die schöne Landschaft der beiden Länder werden irgendwann doch etwas anstrengend, sodass ich bei 32 Grad Mittagszeit in Wien übermüdet angekommen war. Bis auf meinen 2-stündigen Spaziergang durch die Stadt zur Unterkunft, habe ich nicht viel gesehen, allerdings war der erste Eindruck von der Hauptstadt schon sehr beeindruckend. Ich werde definitiv (länger) wiederkommen!

Österreich 2:0 Schweden – Europameisterschaft Qualifikation 2024 – Ernst-Happel Stadion – 20.06.2023, 20:45 ~ 46.300 (Ausverkaufter Heimbereich, ~ 1000 Schweden)

Zwei Tage vor dem heutigen Abend spielte Österreich beim Gruppenfavoriten Belgien 1:1 und löste als Tabellenführer einen kleinen Hype im Land aus. Ich hatte mir bereits Wochen vorher ein Ticket im Unterrang gesichert (32 €), war jedoch am Dienstag-Vormittag angenehm überrascht, als ausverkauft gemeldet worden ist. Es gibt schon länger die Überlegungen ein neues Nationalstadion zu bauen, bzw. auch woanders als im Ernst-Happel seine Nationalspiele auszutragen, da das Stadion schon sehr alt ist (1931 eröffnet) und als stark renovierungsbedürftig gilt.

Nach dem ich als den Prater (riesiger Park vorm Stadion) durchlaufen hatte und im Stadion angekommen war, war ich doch sehr beeindruckt. Sicherlich, die Sicht ist aufgrund der Laufbahn, der Entfernung zum Spielfeld und der drei Ränge doch sehr bescheiden, die Größe haut einen dann doch für das verhältnismäßig kleine Land um. Das Spiel war, wie bereits erwähnt im Heimbereich ausverkauft, lediglich die Schweden konnten ihren (doch großen) Gästeblock nicht komplett füllen. Etwas überraschend das es dann außerhalb des Gästeblockes noch eine dreistellige Anzahl an Schweden gab, selbst ein kleiner Block mit einer Mini-Choreo konnte seitlich auf der Haupttribüne erspäht werden.

Die Euphorie war enorm, das merkte man bereits bei der Anreise, allerdings auch vor und im Stadion, viele strahlende Kinder und Fans der österreichischen Mannschaft. Es ist definitiv zu merken, dass unser Nachbar ein deutlich positiveres Bild zu seiner Nationalmannschaft (und auch generell zum Land) besitzt. Ein Sponsor legte kleine Fähnchen im gesamten Heimbereich aus, die bei Anpfiff geschwenkt worden sind. Im Fansektor, der ja bekanntlich zuhause jedes Spiel mit einer doch größeren Masse supportet, war ein passendes Spruchband aufgehängt: Spürt die Macht der rot-weiß-roten Farbenpracht“. Dazu gab es noch zwischen (anderen) kleinen Fähnchen, oder Schals, konnte ich von der anderen Seite nicht genau identifizieren, noch sieben langgezogene Banner in den Nationalfarben. Optisch machte das einen guten Eindruck, der auch akustisch zum Teil bestätigt werden konnte. Nicht immer kam sehr viel auf der weit entfernten gegenüberliegenden Tribüne an, ab/an wenn das gesamte Stadion bei den bekannteren und einfacheren Liedern (,,wer nicht hüpft der ist ein Schwede“) einstieg, war es schon ein angenehmes Stadion-Erlebnis. Die Schweden waren gerade in der zweiten Halbzeit öfter mal zu hören, durchaus ein solider Auftritt.

Auf dem Platz dominierten die Österreicher und Ralf Rangnick die Schweden von Minute 1 an. Einen Aluminiumtreffer der Nordlichter folgte dann eine ganze Reihe an österreichischen Angriffe, die allesamt vom überragenden schwedischen Torwart Olsen pariert werden konnten. In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel dann etwas zerfahrener und die Chancen rarer. Als ich mich schon langsam auf ein 0:0 einstimmte, machte Olsen doch noch einen kleinen Fehler und klatschte einen strammen Schuss nach vorne ab, Baumgartner war da und das Stadion tobte. Kurz vor der Nachspielzeit traf jener nach einem Konter nochmals und das heimische Publikum war hochzufrieden.

Ein sehr schöner Abend wurde noch mit etwas abgegebenen Becherpfand (irgendwie muss der Groundhopper ja sich finanzieren?!) abgerundet und am nächsten Tag die Heimfahrt angetreten. Beim dreitägigen Solo-Trip verlief fast alles wie gewünscht, der Rückflug über Mailand nachhause hatte zwar dann gute 3,5 Stunden Verspätung, aber jetzt ruht immerhin die Hoffnung auf eine Entschädigung (gabs nicht, hah)!

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